Panoramen – Teil 2 – Review des PocketPano Vario-K XL

Der Panormakopf

[Werbung – naja, ich habe den Kopf selbst gekauft, bzw. mir zu Weihnachten gewünscht, ich hatte bisher auch noch keinen Kontakt mit der Firma, daher tatsächlich ein absolut unabhängiger Erfahrungsbericht, trotzdem markiere ich hier mal als „Werbung“, einfach um safe zu sein]

Seit Weihnachten habe ich einen Vario-K XL Panoramakopf / Nodalpunktadapter der deutschen Firma PocketPano aus dem Thüringischen Ilmenau. Die Köpfe werden in Thüringen entwickelt und auch produziert. Hier mal der Link .

Der PocketPano Vario-K XL betriebsbereit

Der Kopf besteht aus Kunststoff, wobei das Material hier ein extrem hochwertiger Kunststoff ist („Hochdrucklaminat (HPL)“), für mich fühlt es sich fast an wie gebürstetes Aluminium, nur die metallische Kälte fehlt.

Der riesige Vorteil des Materials und der Konstruktion sind Größe und Gewicht. Besonders deutlich wird das im direkten Vergleich zu einem „klassischen“ Panoramakopf wie dem Rollei Panoramakopf 200.

Größenvergleich im Transportmodus
PocketPano Vario-K XL: 431g
Rollei Panoramakopf 200 (modifiziert): 1132g

Der Kopf von Rollei wiegt fast das dreifache. Ich habe den Rollei etwas modifiziert (direkter Arca-Anschluss für den Stativkopf, direkter Anschluss für den L-Winkel der Kamera), damit hat er dann die identische Funktionalität wie der PocketPano. Vom Packmass sind Panoramaköpfe üblicherweise sehr sperrig, der Vario-K nimmt dagegen nicht wirklich viel Platz in Anspruch.

Eine einfache Panoramschiene ist natürlich noch etwas kleiner und mit 150-200g noch leichter, aber zusammen mit einem gerasteten Panormateller kommt man auch auf knapp 330g – und das nur für einzeilige Panoramen! 100g mehr und dann einen vollwertigen Panoramakopf? Aber gerne doch!

Preis

Der Kopf kostet €199, ein üblicher Preis in diesem Segment. Die chinesische Konkurrenz ist vielleicht etwas billiger, die ebenfalls in Deutschland produzierten Köpfe von Novoflex dagegen deutlich teurer.

Panoramaschiene + indexierter Drehteller – nicht wesentlich leichter.

Features

Eigentlich bietet der PocketPano Vario-K den vollen Featureumfang:

  • direkter Arca-Swiss- Anschluss für den Stativkopf (⅜“ Schraube geht ebenfalls)
  • Kamera kann mit dem L-Bracket oder einer Schnellwechselplatte direkt montiert werden (beim Vario-K, der Vario-S wird geschraubt)
  • div. Rastungen: 15°, 20°, 30°, 60° horizontal und 22,5°, 30°,45°, 90° vertikal
  • Gradzahlen horizontal + vertikal
  • Wasserwaage eingebaut
Rasterung horizontal
Rasterung vertikal

Klingt super! Aber die Kompaktheit bringt auch unkonventionelle Lösungen mit sich…

Die Winkel werden über div. Inbusschrauben eingestellt (für 20° müssen z.B. alle mit 20° beschrifteten Schrauben nach links gedreht werden, die übrigen nach rechts).

Das Einstellen auf die Kamera und Objektiv läuft ebenfalls über verschraubte Platten.
Praktischerweise wird der passende Inbusschlüssel nicht nur mitgeliefert, sondern er befindet sich sogar magnetisch gesichert im Kopf selbst und ist so immer dabei.

Man kann diese -doch eher aufwändigen- Anpassungen problematisch sehen. Für Fotografen die häufig mit verschiedenen Kameras und Objektiven arbeiten ist das eher umständlich, da geht die Anpassung bei den „üblichen“ Panoramaköpfen, sei es Rollei, Novoflex oder Nodal Ninja schneller. Aber hier muss „vor Ort“ eben immer auch erst alles eingestellt werden, da in der Transportstellung die Einstellungen häufig verloren gehen. Ich habe vor diesen Kopf mit einer Kamera und vermutlich 2 Objektiven (Z20mm und Z50mm) zu nutzen – und da kann ich dann schon zu Hause die passenden Einstellungen (für mein gewünschtes Objektiv) vornehmen und vor Ort im dunkeln nur noch die Kamera montieren und loslegen.

Der Verstellbereich ist leider etwas begrenzt, aber sowohl für mein Z20 wie auch mein Z50 und die Z6 + L-Bracket reicht er vollkommen aus. Wenn man deutlich längere Linsen oder höhere Kameras nutzen will, dann reicht das eher nicht aus. Die XL- ist schon die Version mit etwas längerer Bodenplatte.

Ich denke für Landschaftspanoramen kann man mit dem 50mm nicht viel falsch machen. Die Größe des Panoramas ist ja im Prinzip trotzdem unendlich.
Das 20mm wird dagegen eher bei Milchstraßenpanoramen zum Einsatz kommen.

Der Panoramakopf wird mit einer Transporttasche (+ Anleitung) geliefert. er besteht aus 2 Teilen, die man nur ineinandersteckt und verschraubt (Drehrad), zum Transport können beide Teile auch flach aufeinander geschraubt werden.

Vario-K XL mit Z6 + Z50mm

Hier ein Bild, das gestern entstanden ist. ein 3 reihiges Panorama mit 5 Bildern pro Reihe, das Resultat ist ein 261 MP-Bild mit 16800 x 15500px! Da kann man fast nach Belieben zuschneiden!

Fazit

Der Vario-K XL wird mit sicher häufiger begleiten, einfach schon deshalb, weil er wenig Platz in der Fototasche wegnimmt und recht leicht und dennoch voll funktional ist.

Gerade bei Astroaufnahmen kann man im Vorfeld alles daheim passend einstellen und schließt so etliche Fehlerquellen aus. Da muss der Kopf nur absolut waagrecht ausgerichtet werden, der Rest geht dann recht schnell. Durch die Rasterungen kann man sehr schnell arbeiten. Für obiges Panorama habe ich (laut meinen Exif-Daten) keine 30s für alle 15 Bilder benötigt!

Wer einen Kopf sucht, der auch für große Kameras (z.B. mit Batteriegriff) geeignet ist und häufig Panoramen mit verschiedenen Objektiven (oder bei Zoomobjektiven: verschiedenen Brennweiten) aufnehmen will, der sollte sich aber besser woanders umsehen.

Wer einen kompakten Kopf „zum mitnehmen“ oder „für den Berg“ sucht und sich auf ein oder zwei Linsen beschränken kann, dann ist das hier wirklich der ideale Begleiter. Was Größe und Gewicht angeht, so gibt es auf dem Markt sowieso kaum vergleichbare Produkte.

2 Kommentare zu „Panoramen – Teil 2 – Review des PocketPano Vario-K XL

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  1. Danke für das sehr schöne Review! Eine Frage: Kann der untere Rotor fixiert (festgestellt) werden, um Bewegung zu vermeiden. Hilfreich bei Langzeitbelichtungen.

    1. Hallo Thomas! Der untere Rotor kann zwar nicht fixiert werden – aber darin sehe ich auch keinen Nutzen. Die Rastung ist so stark, dass sich da nichts aus versehen verstellt (fast etwas zu stark, zumindest wenn man ein sehr leichtes Stativ nutzt). Es gibt auch keinerlei Spiel im unteren Rotor.
      Herzliche Grüße
      Ralph

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