„The Archway“

2022-02-16

Bald beginnt wieder die sogenannte „Milchstraßensaison“. Das stimmt so natürlich nicht, die Milchstraße ist natürlich ganzjährig sichtbar, das ist ja schließlich unsere Heimatgalaxie.
Da die Milchstraße eine recht flache Scheibe ist an deren Randbereich sich unsere Erde befindet, erscheint sie am Nachthimmel als (mehr oder weniger) helles Band. Der sehr helle Kernbereich dieser Scheibe, das sogenannte „Galaktische Zentrum“ oder „Core“ ist aber tatsächlich nur von Ende März bis Anfang Oktober sichtbar.

Die Frühlingsmilchstraße steht noch sehr flach am östlichen Himmel. Kurz vor Sonnenaufgang erstreckt sie sich ziemlich genau von Norden nach Süden über den östlichen Himmel.
Später im Jahr richtet sie sich immer steiler auf um dann im Sommer sehr steil vom Süden her aufsteigt.

Tatsächlich ist es fast nicht möglich, die Milchstraße auf einem Bild einzufangen, selbst im Frühjahr und mit einem Fisheye.

Um trotzdem ein vollständiges Bild zu bekommen habe ich hier ein Panorama, bestehend aus 12 Hochkant-Aufnahmen mit dem 20mm Objektiv gemacht, jedes Bild habe ich mit folgenden Daten aufgenommen:
Nikon Z6 + Z20mmf1.8, f2.4, ISO 3200, 10s
Das Z20mm ist eigentlich auch bei Offenblende von f/1.8 schon scharf, aber etwas abblenden schadet nie. Der Baum braucht ja auch noch etwas Schärfentiefe. Die 10s sind für scharfe Sterne ok, Photopills empfiehlt hier zwischen 6 und 12s. Mehr Belichtungszeit ist immer besser fürs Bild und die Details der Milchstraße, aber eben schlecht für die „Punktform“ der Sterne. Da gilt es immer einen Kompromiss zu finden, d.h. für mich die Zeit, die ich maximal wählen kann, bevor mir die Sterne zu strichförmig werden.

Bei der Blende gilt ähnliches, möglichst so offen wie möglich, aber etwas schließen verbessert die Leistung des Objektives im Randbereich und reduziert die Abberationen (comatische und astigmatische).

Für dieses Portrait in der hier gewählten Darstellung hätte ich aber sicher auch auf 20-25s und f/1.8 gehen können, das würde man nicht sehen. Bei 100% Ansicht aber sicher – aber das Panorama ist 12800 x 4300 Pixel groß, hier in WordPress nutze ich eine Version mit nur 1600px…

Dieses Panorama über dem Lindenbaum habe ich im April 21 gegen 3 Uhr morgens aufgenommen.
Leider ohne wirkliche Panoramaausrüstung, so dass hier eine ziemliche „Banane“ drin war und ich deutlich von den (eigentlich 6000px Höhe) croppen musste.

Tipp

Durch ein Panorama erhält man eine wesentlich größere Auflösung und auch Fehler wie strichförmige Sterne oder Rauschen fallen deutlich weniger ins Gewicht, wenn die Bilder in einer geringeren Auflösung genutzt werden.

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